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Ist ein Verkehrsrechtsschutz sinnvoll und notwendig?

Eine Verkehrsrechtsschutzversicherung unterstützt Sie bei rechtlichen Streitigkeiten rund um den Strassenverkehr. Aber ist sie sinnvoll – oder gar notwendig?

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Magdalena Soll

08.04.2026

Ein Richterhammer auf einer Holzplatte. Im Hintergrund ist mit zwei Spielzeugautos ein Autounfall simuliert.

iStock / nambitomo

1.Was ist eine Verkehrsrechtsschutzversicherung? 
2.Welche Fälle deckt der Verkehrsrechtsschutz? 
3.Ist ein Verkehrsrechtsschutz wichtig, wenn ich eines Deliktes beschuldigt werde? 
4.Ohne eigenes Auto: Verkehrsrechtsschutz, ja oder nein? 
5.Wie viel kostet eine Verkehrsrechtsschutzversicherung? 
6.Fazit: Ist eine Verkehrsrechtsschutzversicherung sinnvoll? 

1. Was ist eine Verkehrsrechtsschutzversicherung? 

Eine Verkehrsrechtsschutzversicherung ist eine freiwillige Versicherung. Sie hilft Ihnen bei rechtlichen Fragen und Streitigkeiten im Zusammenhang mit Strassenverkehr und Mobilität. Sie übernimmt zum Beispiel Anwalts- und Prozesskosten, aber auch andere Kosten. Sie unterstützt Sie auch dabei, Ihre eigenen Ansprüche wie Schadensersatz durchzusetzen. 

Viele Verkehrsrechtsschutzversicherungen beschränken sich nicht auf die Schweiz. Sie unterstützen Sie auch bei Streitigkeiten im Ausland – je nach Deckung entweder in den EU-/Efta-Ländern oder auch weltweit.

2. Welche Fälle deckt der Verkehrsrechtsschutz? 

Was genau die Verkehrsrechtsschutzversicherung deckt, ist abhängig von der Versicherung und der gewählten Deckung. Teilweise müssen Sie ausserdem zunächst einen Selbstbehalt zahlen, bevor die Versicherung Kosten übernimmt. 

Wichtig: Oft haben Rechtsschutzversicherungen eine Karenzfrist. Das heisst: Sie übernehmen die Kosten erst nach einer festgelegten Wartezeit. 

Die meisten Verkehrsrechtsschutzversicherungen übernehmen ausserdem keine Kosten für Fälle, die vor Abschluss der Versicherung eingetreten sind. Teilweise gilt das auch für absehbare Streitigkeiten.

Folgend sehen Sie einige Beispiele für Bereiche, in denen die Verkehrsrechtsschutzversicherung Sie unterstützt. 

Geraten Sie unverschuldet in einen Autounfall, können Sie Ihre Ansprüche rechtlich geltend machen. Dazu gehört zum Beispiel der Schadensersatz, etwa für die Reparatur Ihres Fahrzeugs. 

Bei zu hohen Verkehrsbussen und unberechtigtem Entzug des Führerscheins kann die Verkehrsrechtsschutzversicherung Ihnen durch juristische Unterstützung beim Prozess dabei unterstützen, die Strafe anzufechten.

Das gilt für folgende Bereiche: 

  • Leasing 

  • Kauf 

  • Miete 

  • Leihe 

Kommt es zum Beispiel nach dem Kauf eines Occasionsautos zu Streitigkeiten? Dann unterstützt Ihre Verkehrsrechtsschutzversicherung Sie dabei, Ihre Rechte durchzusetzen. 

Möchte zum Beispiel Ihre Autoversicherung Kosten nicht übernehmen, die sie Ihrer Meinung nach übernehmen müsste? Dann unterstützt Sie Ihre Verkehrsrechtsschutzversicherung bei der rechtlichen Durchsetzung Ihrer Ansprüche.

Die Deckungen der Versicherungen unterscheiden sich teils stark. Vergleichen Sie deshalb die Angebote und Deckungen verschiedener Versicherungen, bevor Sie sich für eine entscheiden.

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Wichtig: Rechtsschutzversicherungen decken in der Regel nur Kosten bis zu einem maximalen Betrag. Die Höhe dieses Betrags ist abhängig von der gewählten Versicherung. Sie kann sich auch je nach Art des Rechtsfalls unterscheiden.

3. Ist ein Verkehrsrechtsschutz wichtig, wenn ich eines Deliktes beschuldigt werde? 

Eine Verkehrsrechtsschutzversicherung kann Sie unterstützen, wenn Sie die Strafe eines Verkehrsdeliktes anfechten möchten. Sie kann Sie juristisch beim Prozess unterstützen. 

Viele Verkehrsrechtsschutzversicherungen schliessen bestimmte Schadensfälle von der Deckung aus. Dazu zählen Delikte, die aufgrund von Trunkenheit am Steuer geschehen sind. Auch bei vorsätzlich verursachten Unfällen oder bei Fahrten ohne Führerausweis hilft Ihnen die Versicherung oft nicht.

Wichtig: Verkehrsrechtsschutzversicherungen zahlen nicht Ihre Bussen und Geldstrafen.

4. Ohne eigenes Auto: Verkehrsrechtsschutz, ja oder nein? 

Eine Verkehrsrechtsschutzversicherung kann sich auch für Personen ohne eigenes Auto lohnen. Denn: Sie übernimmt in der Regel alle Fälle im Zusammenhang mit dem Strassenverkehr – und auch ohne Auto nehmen Sie daran teil. Einige Versicherungen decken ausserdem Streitigkeiten bei Verträgen rund um Reisen. 

Zusätzlich helfen Ihnen Verkehrsrechtsschutzversicherungen auch bei Fällen im Zusammenhang mit Mietwagen und Carsharing. Gibt es bei der Nutzung dieser Dienste Streitigkeiten, kann die Versicherung Ihnen weiterhelfen.

5. Wie viel kostet eine Verkehrsrechtsschutzversicherung? 

Die Kosten für eine Verkehrsrechtsschutzversicherung sind unter anderem abhängig von

  • Deckungsumfang 

  • Leistungsumfang 

  • Anzahl der versicherten Personen 

Sie unterscheiden sich ausserdem je nach Anbieter. Einige Anbieter haben zudem günstigere Preise für jüngere Personen. 

Für eine Einzelperson fangen die jährlichen Prämien bei unter 60 Franken an. Bei einer Familie müssen Sie mit mindestens 85 Franken pro Jahr rechnen. Ein Vergleich von Preisen und Leistungen lohnt sich.

Gut zu wissen: Sie können eine Verkehrsrechtsschutzversicherung sowohl bei Versicherungen als auch bei Verkehrsclubs abschliessen. Je nach Verkehrsclub zahlen Sie ohne Mitgliedschaft mehr oder müssen zwingend eine Mitgliedschaft abschliessen.

Sparen durch Kombination von Privatrechtsschutz und Verkehrsrechtsschutz

Möchten Sie auch bei privaten Problemen mit einer Rechtsschutzversicherung abgesichert sein? Dann lohnt es sich, beide Versicherungen beim gleichen Anbieter abzuschliessen. Denn: Oft ist die kombinierte Rechtsschutzversicherung günstiger, als beide einzeln abzuschliessen.

6. Fazit: Ist eine Verkehrsrechtsschutzversicherung sinnvoll? 

Verkehrsrechtsschutzversicherungen können Sie in Streitfällen im Zusammenhang mit dem Strassenverkehr und anderer Mobilität unterstützen. Kommt es zu einem Rechtsstreit, übernimmt die Versicherung unter anderem die Anwalts- und Prozesskosten – und die können mehrere tausend Franken betragen. 

Eine Verkehrsrechtsschutzversicherung hilft Ihnen ausserdem dabei, Ihre Ansprüche geltend zu machen. So sind Sie im Streitfall besser positioniert als ohne Versicherung. 

Grundsätzlich gilt also: Eine Verkehrsrechtsschutzversicherung kann eine gute Ergänzung zur Auto-Haftpflichtversicherung sein.

Personen mit wenig Vermögen und am Existenzminimum haben in Zivilverfahren Anspruch auf eine unentgeltliche Rechtspflege (Art. 29 Abs. 3 BV). Voraussetzungen sind, dass Sie nicht über die erforderlichen Mittel für den Prozess verfügen und das Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 117 ZPO). 

Das heisst: Sie müssen keinen Kostenvorschuss leisten. Sie sind ausserdem vorläufig von der Bezahlung der Gerichtsgebühren sowie der eigenen Anwaltskosten befreit. Verbessert sich Ihre finanzielle Lage innerhalb von zehn Jahren, müssen Sie den Vorschuss allerdings zurückzahlen. 

Bei Anspruch auf die unentgeltliche Rechtspflege sollten Sie den Abschluss einer Verkehrsrechtsschutzversicherung besonders prüfen. In dem Fall lohnt sie sich allenfalls nicht für Sie.

Dieser Artikel wurde erstmals produziert am 08.05.2014

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