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Comparis-Jubiläumsstudie zu 30 Jahren Vergleichskultur in der Schweiz

30 Jahre Comparis: Während die Reichen mit Vergleichsdiensten sparen, zahlen Arme drauf

Zum 30-jährigen Jubiläum des Online-Vergleichsdienstes Comparis zeigt eine repräsentative Umfrage eine soziale Sparschere in der Schweiz. Während drei Viertel der Haushalte mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von mehr als 8’000 Franken Vergleichsportale aktiv nutzen, liegt dieser Anteil bei Personen mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von weniger als 4’000 Franken nur bei gut der Hälfte. Besonders bei grossen Budgetposten wie Krankenkassen oder Vergleichen von Ferienangeboten lassen einkommensschwächere Gruppen grosses Sparpotenzial ungenutzt, während Haushalte mit hohem Einkommen ihre Kaufentscheidungen systematisch optimieren. «So drohen ausgerechnet die Haushalte finanziell abgehängt zu werden, die eine Entlastung am dringendsten nötig hätten», befürchtet Comparis-Finanzexperte Michael Kuhn.

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Michael Kuhn

26.05.2026

Die Ergebnisse im Überblick

  • 97 % der Bevölkerung kennen Vergleichsportale, aber nur 68 % nutzen sie aktiv.

  • Während 76 % der Gutverdienenden (>8’000 CHF) vergleichen, sind es bei Geringverdienenden (<4’000 CHF) nur 51 %.

  • Comparis (60 %) und Booking.com (56 %) dominieren; am häufigsten werden Ferien (52 %) und Krankenkassen (37 %) verglichen.

  • Hohe Komplexität und mangelnde digitale Kompetenz hindern ausgerechnet jene am Sparen, die finanziell am stärksten belastet sind.

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Zürich, 26. Mai 2026 – 30 Jahre nach der Gründung des Vergleichsdienstes Comparis sind Vergleichsportale in der Schweiz nahezu flächendeckend bekannt: 97 Prozent der erwachsenen Bevölkerung der Schweiz geben an, solche Dienste zumindest ungefähr zu kennen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von Comparis. Auch die Nutzung ist breit abgestützt: Zwei Drittel (68,1 Prozent) nutzen Vergleichsportale. Fast ein Viertel der Befragten (23,1 Prozent) nutzt sie regelmässig. 

Comparis und Booking.com sind die meistgenutzten Vergleichsportale in der Schweiz  

Comparis ist mit 60,4 Prozent das meistgenutzte Portal, gefolgt von Booking.com mit 56,2 Prozent. Dahinter folgen Immoscout24 mit 42,4 Prozent, Homegate mit 36,4 Prozent und Autoscout24 mit 35,8 Prozent. 
 

Im Mittelfeld liegen Toppreise mit 29,9 Prozent, Skyscanner mit 26,2 Prozent und Ebookers mit 25,8 Prozent. Deutlich darunter liegen Preisvergleich mit 15,2 Prozent, Holidaycheck mit 12,6 Prozent und Moneyland mit 7,9 Prozent. 

Drei Viertel der Personen mit hoher Bildung und hohem Einkommen nutzen Vergleichsdienste 

Obwohl Vergleichsportale Preistransparenz schaffen und Konsumentinnen und Konsumenten beim Sparen unterstützen sollen, zeigt sich eine ungleiche Nutzung. In der Schweiz werden Vergleichsdienste überdurchschnittlich häufig von Personen mit hohem Bildungsabschluss und hohem Einkommen genutzt. 

Personen mit hohem Bildungsabschluss nutzen Vergleichsdienste zu 76,5 Prozent mindestens gelegentlich. Bei Personen mit tiefem oder mittlerem Bildungsabschluss sind es 59,3 Prozent. Besonders klar ist der Zusammenhang beim Haushaltseinkommen: In Haushalten mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von mehr als 8’000 Franken nutzen 75,8 Prozent Vergleichsdienste mindestens gelegentlich. In der mittleren Einkommensgruppe von 4’000 bis 8’000 Franken liegt der Anteil bei 69,7 Prozent. In Haushalten mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von bis zu 4’000 Franken ist die Nutzung mit 51,3 Prozent deutlich tiefer. 

Die Gruppe der regelmässig Nutzenden wird besonders stark von Personen mit hohem Bildungsstand und überdurchschnittlichem Einkommen geprägt. Personen mit hohem Bildungsabschluss (zum Beispiel Universität oder Fachhochschule) nutzen Vergleichsportale zu 27,1 Prozent regelmässig. Bei Befragten mit tiefem oder mittlerem Bildungsabschluss liegt dieser Anteil mit 18,3 Prozent signifikant tiefer. 

Personen mit hoher Bildung und hohem Einkommen profitieren besonders bei grossen Budgetposten wie Ferien und Krankenkassen 

Vergleichsdienste wurden in den letzten 12 Monaten vor allem für Ferienangebote genutzt (51,8 Prozent). Mit Abstand folgen Krankenkassen (37 Prozent), die Immobiliensuche (28,3 Prozent), Preisvergleiche für Konsumgüter (26,5 Prozent) und die Fahrzeugsuche (24,2 Prozent). Dahinter liegen Autoversicherungen (21,9 Prozent), Hausrat- und Haftpflichtversicherungen (15,3 Prozent) sowie Telecom- und Internet-Abos (14,5 Prozent). 

«Das Problem ist, dass Vergleichsportale auf ihren Übersichtsseiten sowohl digitale Kompetenz als auch ein überdurchschnittliches Zahlenverständnis voraussetzen»

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Michael KuhnComparis-Consumer-Finance-Experte

Das bedeutet: Besonders bei grossen Budgetposten wie Krankenkassen oder Vergleichen von Ferienangeboten lassen einkommensschwächere Gruppen grosses Sparpotenzial ungenutzt, während Haushalte mit hohem Einkommen ihre Kaufentscheidungen systematisch optimieren. 

 

«So drohen ausgerechnet die Haushalte finanziell abgehängt zu werden, die eine Entlastung am dringendsten nötig hätten», befürchtet Comparis-Finanzexperte Michael Kuhn. Das gelte im Besonderen für die Einkommensklasse, die nicht mehr für individuelle Prämienverbilligungen infrage käme, aber wenig bis kein Sparguthaben auf der Seite habe. 

Personen mit tieferem Einkommen sind gegenüber Vergleichsportalen skeptischer 

Ein möglicher Grund für diese ungleiche Nutzung ist das Vertrauen: Gutverdienende vertrauen den Ergebnissen der Portale mit einem Wert von 3,48 auf einer 5er-Skala überdurchschnittlich stark. Bei Personen mit tieferem Einkommen liegt der Vertrauenswert mit 3,12 tiefer. 

59,4 Prozent der Personen mit hohem Bildungsabschluss beurteilen den Beitrag der Vergleichsdienste zur Preistransparenz als stark oder sehr stark. Bei Personen mit tiefem oder mittlerem Bildungsabschluss liegt der Anteil bei 45,4 Prozent. In Haushalten mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von bis zu 4’000 Franken sind es 40 Prozent. In der Einkommensgruppe von 4’000 bis 8’000 Franken steigt der Anteil auf 55,4 Prozent. In Haushalten mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von mehr als 8’000 Franken liegt der Wert bei hohen 61 Prozent. 

«Das Problem ist, dass Vergleichsportale auf ihren Übersichtsseiten sowohl digitale Kompetenz als auch ein überdurchschnittliches Zahlenverständnis voraussetzen», so Kuhn. Die Portale müssten einfacher, transparenter und erklärender werden, um Hemmschwellen bei Personen mit tieferem Einkommen abzubauen und das Vertrauen in digitale Sparhilfen zu stärken. 

Tipps für eine erfolgreiche Suche auf Vergleichsportalen

Nicht blind dem günstigsten Preis vertrauen 
Der niedrigste Preis ist oft nur ein erster Hinweis und nicht zwingend das beste Angebot. Bei Krankenkassen sind Franchise, Selbstbehalt und Modell (HMO, Telmed) zu beachten. Bei Handy-Abos sind Aktivierungsgebühren, Mindestlaufzeit und Roaming wichtig. Bei Hypotheken zählen auch Flexibilität und Kündigungsfristen. 

Filter bewusst einstellen 
Eine zu schnelle Auswahl kann zu unpassenden Ergebnissen führen. Angaben wie Region, Alter und Haushaltsgrösse sollten vollständig und korrekt sein. Bei Versicherungen sollte die gewünschte Deckung aktiv ausgewählt werden. Bei Energie- und Internet-Angeboten sollten tatsächlicher Verbrauch und Bedarf angegeben werden. Schon kleine falsche Angaben können zu komplett anderen Resultaten führen. 

Rankings hinterfragen 
Die Reihenfolge ist nicht immer neutral; Werbung muss aber als solche deklariert werden. Manche Portale priorisieren Partnerangebote. «Empfohlen» kann heissen: besser vergütet, nicht zwingend besser geeignet. Deshalb lohnt es sich, selbst nach Preis, Leistung oder Bewertung zu sortieren. 

Mehrere Vergleichsportale nutzen 
Kein Portal bildet bei allen Produkten den gesamten Markt ab. Besonders bei Versicherungen und Hypotheken gibt es zuweilen Lücken. Deshalb kann es sich lohnen, 2 bis 3 Quellen zu prüfen, um eine bessere Marktübersicht zu erhalten. 

Bewertungen lesen, aber mit gesunder Skepsis 
Bewertungen sind hilfreich, aber nicht immer verlässlich. Extrembewertungen (1 oder 5 Sterne) sollten relativiert werden. Wichtig ist, auf wiederkehrende Probleme zu achten, zum Beispiel beim Kundenservice. Generell gilt: Muster sind aussagekräftiger als einzelne emotionale Bewertungen. 

Die repräsentative Befragung wurde durch das Marktforschungsinstitut Innofact im Auftrag von comparis.ch im April 2026 unter 1'031 Personen durchgeführt.  Repräsentativität bedeutet, dass die Teilnehmenden einer Umfrage die gesamte Zielgruppe gut widerspiegeln. Das heisst, wichtige Merkmale wie Alter, Geschlecht oder Wohnregion sind ähnlich verteilt wie in der ganzen Bevölkerung. So kann man die Ergebnisse besser auf alle übertragen.  

Weitere Informationen: 

Michael Kuhn 
Experte für Consumer Finance 
Telefon: 044 360 53 91 
E-Mail: media@comparis.ch 
comparis.ch