Entwicklung der Verwaltungskosten der Krankenkassen 2025
Zwischen 103 und 445 Franken geben die Krankenkassen für Verwaltung aus. Die effizientesten werden von Comparis prämiert. Im Schnitt lagen die Krankenkassen-Verwaltungskosten bei 4,2 Prozent der Prämieneinnahmen. Das ist weniger als in den Vorjahren.

09.10.2026

iStock / nathaphat
1. Was ist der Effizienzpreis von Comparis?
Comparis verleiht seit 2015 den Effizienzpreis. Der Preis soll die Anstrengungen der Krankenkassen für eine effizientere Verwaltung transparent machen. Ausgezeichnet werden die Schweizer Krankenversicherungen mit dem tiefsten Verwaltungsaufwand.
Hier finden Sie die gesamte Comparis-Analyse zu den Verwaltungskosten als PDF.
Im Comparis-Ranking gilt eine Krankenkasse als effizient, wenn sie zum besten Viertel der Krankenkassen mit den tiefsten Verwaltungskosten gehört. Bewertet wird der Verwaltungsaufwand pro versicherte Person in Franken.
Für das Jahr 2025 liegt die Effizienzgrenze bei 166.50 Franken pro versicherte Person. Die Zahlen beruhen auf den neuesten offiziellen Aufsichtsdaten für die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP).
2. Wie hoch sind die Verwaltungskosten der Krankenkassen in der Schweiz?
2025 haben die Krankenkassen ihre Verwaltungskosten weiter gesenkt. Sie betragen im Schnitt noch 4,2 Prozent der Prämien bzw. 191.15 Franken pro versicherte Person. 2024 lagen die Verwaltungskosten bei 4,5 Prozent bzw. 193.00 Franken.
Die Verwaltungskosten zeigen, wie viel eine Krankenkasse für ihre Verwaltung und ihren Betrieb ausgibt. Zu den Kosten gehören unter anderem:
Personalkosten
IT
Räumlichkeiten
Werbung
Gesundheitsleistungen gehören nicht zu den Verwaltungskosten.
3. Wie gross sind die Unterschiede zwischen den Kassen?
Die effizienteste Kasse ist 2025 die Sodalis Gesundheitsgruppe. Sie hat die Verwaltungskosten gegenüber 2024 um 25.45 Franken gesenkt, auf 103.35 Franken. Das entspricht 3,3 Prozent der Einnahmen durch Grundversicherungsprämien dieser Krankenkasse.
Am höchsten sind die Verwaltungskosten bei der Genossenschaft Glarner Krankenversicherung. Sie gibt 445.20 Franken pro versicherte Person für die Verwaltung aus. Das sind150.15 Franken mehr als noch 2024.
Verwaltungskosten machen zwar nur einen kleinen Teil der Prämie aus. Aber sie gehören zu den Kosten, welche die Krankenkassen selbst direkt beeinflussen können. Wer seine Verwaltung dauerhaft schlank hält, geht effizient mit den Prämiengeldern um. Entscheidend ist allerdings, dass Service und Leistungsabwicklung nicht darunter leiden.
Sind Sie nicht zufrieden mit Ihrer Krankenkasse?
Bis zum 30. November können Sie die Grundversicherung wechseln.
Wichtig: Die Kündigung muss spätestens am letzten Arbeitstag im November bei der Krankenkasse eintreffen. Fällt der 30. November auf ein Wochenende, ist das der Freitag davor.
Grösse garantiert noch keine effiziente Verwaltung. Hohe Verwaltungskosten sind nicht per se schlecht. Doch wer deutlich mehr ausgibt als die effizientesten Kassen, sollte erklären können, welchen zusätzlichen Nutzen die Versicherten dafür erhalten.
4. Mehrere Krankenkassen knacken die 5’000-Franken-Grenze
Bei mehreren Krankenkassen haben Versicherte 2025 durchschnittlich über 5’000 Franken gezahlt:
Am höchsten ist die durchschnittliche Jahresprämie bei Vivacare: Dort haben die Versicherten 5’312.05 Franken gezahlt. Bezüglich der Effizienz belegt Vivacare Platz 22 von 36.
Ebenfalls über 5’000 Franken müssen Versicherte bei der Avenir zahlen: Hier liegt die durchschnittliche Prämie 2025 bei 5’147.90 Franken. Die Kasse gehört mit 202.20 Franken Verwaltungskosten zur effizienteren Hälfte der Krankenkassen.
Bei Sana24 haben Versicherte durchschnittlich 5’082.10 Franken gezahlt. Hier lagen die Verwaltungskosten bei 202.50 Franken.
Welche Krankenkassen hatten die tiefsten Prämien?
Die niedrigsten Krankenkassenprämien gab es 2025 bei folgenden Krankenkassen:
Visperterminen mit durchschnittlich 3’449.50 Franken im Jahr. Die Verwaltungskosten liegen bei 139.30 Franken pro versicherte Person – und somit im vordersten Viertel aller Krankenkassen.
Die Einsiedler Krankenkasse hat 2025 eine Durchschnittsprämie von 3’527.05 Franken pro Jahr. Sie hat Verwaltungskosten von 239 Franken pro versicherte Person.
Bei der Sodalis Gesundheitsgruppe liegt die durchschnittliche Prämie 2025 bei 3’609.60 Franken. Sie ist 2025 die effizienteste Krankenkasse.
Die Verwaltungskosten sind nur ein kleiner Teil der Rechnung. Entscheidend für die Prämien sind vor allem die Gesundheitskosten und die Risikostruktur der Versicherten. Eine teure Kasse kann deshalb bei der Verwaltung durchaus effizient arbeiten.
5. Welche Krankenkasse hat die tiefsten Verwaltungskosten?
| Rang | Versicherung | Durchschnittliche jährliche Prämie pro Person in CHF | Verwaltungsaufwand pro versicherte Person in CHF | Mittleres Verhältnis (Verwaltungsaufwand/Prämien-Risikoausgleich) in % |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Sodalis Gesundheitsgruppe | 3’609.60 | 103.35 | 3.26 |
| 2 | Sumiswalder Krankenkasse | 4’210.75 | 109.75 | 2.80 |
| 3 | Krankenkasse Luzerner Hinterland | 4’085.00 | 118.75 | 2.76 |
| 4 | Krankenkasse Visperterminen | 3’449.50 | 139.30 | 4.84 |
| 5 | Agrisano Krankenkasse AG | 3’651.30 | 154.05 | 4.94 |
Quelle: Die Zahlen beruhen auf den neuesten offiziellen Aufsichtsdaten für die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP), die das Bundesamt für Gesundheit (BAG) jedes Jahr veröffentlicht. Stand: Herbst 2026
6. Welche Krankenkassen haben hohe Verwaltungskosten?
| Rang | Versicherung | Durchschnittliche jährliche Prämie pro Person in CHF | Verwaltungsaufwand pro versicherte Person in CHF | Mittleres Verhältnis (Verwaltungsaufwand/Prämien-Risikoausgleich) in % |
|---|---|---|---|---|
| 32 | Galenos AG | 5’073.60 | 260.30 | 4.40 |
| 33 | Krankenkasse Birchmeier | 3’957.60 | 260.95 | 6.39 |
| 34 | CM Vallée d'Entremont | 4’269.15 | 286.40 | 6.61 |
| 35 | Curaulta | 4’007.05 | 295.85 | 6.59 |
| 36 | Genossenschaft Glarner Krankenversicherung | 4’455.70 | 445.20 | 9.45 |
Quelle: Die Zahlen beruhen auf den neuesten offiziellen Aufsichtsdaten für die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP), die das Bundesamt für Gesundheit (BAG) jedes Jahr veröffentlicht. Stand: Herbst 2026
7. Entwicklung der Verwaltungskosten seit 2021
Zwischen 2021 und 2025 sind die Verwaltungskosten pro Person durchschnittlich um 3,3 Prozent gesunken. 2021 lagen sie noch bei 197.65 Franken, 2025 bei 191.15 Franken. In der folgenden Grafik sehen Sie die Entwicklung der Verwaltungskosten seit 2020.
Dass die Verwaltungskosten seit 2021 sinken, ist eine gute Entwicklung. Sie zeigt, dass Effizienzgewinne möglich sind. Aber wir dürfen uns davon nicht täuschen lassen: Mit effizienterer Verwaltung allein lässt sich der Prämienanstieg nicht stoppen. Der weitaus grössere Hebel liegt bei den Kosten für medizinische Leistungen.
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Dieser Artikel wurde erstmals produziert am 26.10.2021



