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Behandlung gegen Heuschnupfen: Was zahlt die Krankenkasse?

Etwa ein Fünftel der Schweizer Bevölkerung ist gegen Pollen allergisch. Comparis erklärt, was Sie gegen die nervigen Symptome tun können – und welche Mittel gegen Heuschnupfen die Krankenkasse zahlt.

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Magdalena Soll

09.03.2026

Mann draussen hat Allergie

iStock / RealPeopleGroup

1.Was ist der Auslöser für eine Pollenallergie?
2.Mittel gegen Heuschnupfen: Was hilft?
3.Zahlt die Krankenkasse die Heuschnupfen-Behandlung?
4.Wie kann ich mich im Alltag vor Pollen schützen?

1. Was ist der Auslöser für eine Pollenallergie? 

Heuschnupfen ist die Folge einer Überreaktion des Körpers auf bestimmte Eiweisse in Pollen von Gräsern und Bäumen. Dabei bildet das Immunsystem nach dem ersten Kontakt Antikörper gegen diese Eiweisse. 

Bei erneutem Kontakt werden Histamine ausgeschüttet. Histamine sind Entzündungshormone, die als Botenstoffe wirken und die Heuschnupfensymptome auslösen. 

Heuschnupfen zeigt sich in der Regel mit folgenden Symptomen

  • Häufiges Niesen 

  • Verstopfte oder laufende Nase. Dabei ist das Nasensekret in der Regel flüssig und klar. 

  • Gerötete, gereizte und tränende Augen 

  • Juckreiz im Bereich von Gaumen, Nase und Ohren 

  • Atembeschwerden, besonders bei körperlicher Anstrengung 

  • Engegefühl in der Brust 

Die Symptome von Heuschnupfen setzen meist plötzlich ein – im Gegensatz zu einer sich langsam entwickelnden Erkältung. 

Kurzfristig geht von einer Pollenallergie meist keine Gefahr für die Gesundheit aus. Trotzdem sollten Sie mit einer Ärztin oder einem Arzt darüber sprechen. Denn: Langfristig besteht bei unbehandelten Beschwerden ein erhöhtes Risiko für Asthma

Gut zu wissen: Heuschnupfen kann auch sogenannte Kreuzallergien mit Lebensmitteln auslösen. Dabei sind Sie eigentlich auf die Pollen eines Baums oder Grases allergisch. Wenn die Proteine eines Lebensmittels allerdings denen der Pollen ähneln, reagieren Sie auch allergisch auf das Lebensmittel. 

In welchen Monaten ist die Pollenallergie am schlimmsten? 

Die Stärke der Pollenallergie ist davon abhängig, gegen welche Pollen Sie allergisch sind. Denn: Es gibt verschiedene Pollenarten, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen. In der Grafik sehen Sie die sieben häufigsten Pollenarten in der Schweiz mit ihren Blütezeiten.

Klicken Sie auf die Pollenart, erhalten Sie noch zusätzliche Informationen wie stark betroffene Regionen und Kreuzallergien.

Heuschnupfen und Pollenallergie werden oft als Synonyme verwendet. Medizinisch gesehen gibt es allerdings einen Unterschied: Die Pollenallergie ist die eigentliche Überempfindlichkeitsreaktion des Körpers. Die daraus entstehenden Beschwerden werden dann als Heuschnupfen bezeichnet. 

2. Mittel gegen Heuschnupfen: Was hilft? 

Es gibt verschiedene Mittel gegen Heuschnupfen. Einige davon lindern nur die Symptome. Andere Mittel hemmen das Histamin, sodass es die Entzündungsreaktion nicht mehr auslösen kann. Zu den Medikamenten gegen Heuschnupfen gehören: 

  • Augentropfen 

  • Nasenspray 

  • Tabletten 

  • Tropfen zum Einnehmen 

  • Kortikoidsprays. Kortikoid ist ein Steroidhormon. Gegen Allergien wird es oft in Form von Kortison verabreicht. 

  • Antihistaminika 

Sie können ausserdem eine Desensibilisierung durchführen lassen. Dabei wird Ihr Immunsystem langsam an das Allergen gewöhnt, sodass es nicht mehr überreagiert. Die Desensibilisierung dauert in der Regel mehrere Jahre. Es gibt auch eine Kurzzeittherapie, die Sie jedes Jahr wiederholen müssen. 

3. Zahlt die Krankenkasse die Heuschnupfen-Behandlung? 

Die Grundversicherung deckt grundsätzlich ärztliche Behandlungen gegen Heuschnupfen, sofern sie ärztlich verordnet sind. Das gilt allerdings erst, nachdem Sie Ihre Franchise aufgebraucht haben. 

Zahlt die Grundversicherung die Behandlung nicht, werden die Kosten allenfalls von einer Zusatzversicherung übernommen. Die Deckung fällt allerdings je nach Versicherung unterschiedlich aus. Vergleichen Sie deshalb am besten verschiedene Angebote. 

Zusatzversicherungen vergleichen

Bevor Sie zu rezeptpflichtigen Medikamenten greifen, können Sie rezeptfreie Medikamente ausprobieren. Bei leichter und mittlerer Pollenallergie erreichen Sie damit meist eine Linderung. Es gibt eine breite Auswahl an rezeptfreien Mitteln gegen Allergien. 

Einige kortisonhaltige Nasensprays und Antihistaminika sind nur auf ärztliches Rezept erhältlich. Bei langjährigen oder starken Beschwerden lohnt sich eine ärztliche Abklärung. Allenfalls sollten Sie sich solche rezeptpflichtigen Medikamente verordnen lassen. 

Wichtig: Die Krankenkasse zahlt nur Heuschnupfen-Medikamente, die ärztlich verordnet sind. Sie müssen ausserdem auf der Spezialitätenliste oder der «Arzneimittelliste mit Tarif» stehen. 

Gerade bei starken Beschwerden kann sich eine sogenannte Desensibilisierung bzw. Hyposensibilisierung lohnen. Der Unterschied zu anderen Behandlungen: Statt der Symptome bekämpft diese Therapieform direkt die Ursachen der Pollenallergie.  

So funktioniert die Hyposensibilisierung: Ihre Ärztin oder Ihr Arzt verabreicht Ihnen in regelmässigen Abständen geringe Dosen der Pollenart, gegen die Sie allergisch sind. Das geschieht in der Regel über Spritzen oder Tabletten. 

Die Therapie erfolgt unter ärztlicher Aufsicht und erstreckt sich in der Regel über mehrere Jahre. Die Spritzen erhalten Sie regelmässig in Ihrer Arztpraxis. Die Tabletten können Sie ab der zweiten Dosis selbstständig zu Hause einnehmen. 

Die Kosten für die Hyposensibilisierung liegen in der Schweiz für die Behandlung mit Tabletten bei mindestens 800 bis 1’000 Franken pro Jahr. Durch die regelmässigen Arztbesuche können die Kosten für die Desensibilisierung mit Spritzen höher ausfallen. Informieren Sie sich am besten bei Ihrer Allergologin oder Ihrem Allergologen. 

Verordnet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Therapie bei diagnostizierter Pollenallergie, ist diese in der Regel durch die Grundversicherung gedeckt. Machen Sie die Desensibilisierung zur Prävention, zahlt die Krankenkasse meist nicht. 

Sie können Ihre Heuschnupfen-Symptome auch mit Alternativmedizin mildern. Die Grundversicherung deckt folgende fünf Behandlungsansätze: 

  • Akupunktur 

  • Anthroposophische Medizin 

  • Traditionellen Chinesische Medizin 

  • Homöopathie 

  • Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) 

Bedingungen für die Kostenübernahme durch die Grundversicherung 

Für die Kostenübernahme durch die Grundversicherung gibt es einige Bedingungen

  • Die Behandlung muss ärztlich verordnet sein. 

  • Die Behandlung muss durch schulmedizinisch ausgebildete Ärztinnen und Ärzte mit einer entsprechenden Weiterbildung erfolgen. 

  • Es darf keine präventive Massnahme sein. 

Anders sind die Regeln bei Zusatzversicherungen. Da können die Krankenkassen selbst festlegen, welche Kriterien Therapeutinnen und Therapeuten erfüllen müssen. Erkundigen Sie sich am besten bei Ihrer Versicherung. 

Die Krankenkassen-Grundversicherung zahlt Leistungen, die der Diagnose oder Behandlung einer Krankheit und ihrer Folgen dienen. Das heisst: Sie zahlt auch einen Allergietest – allerdings für höchstens 20 Allergene. Lassen Sie mehr Allergene testen, müssen Sie die zusätzlichen Kosten selbst übernehmen. 

Der Test muss ausserdem ärztlich verordnet und durchgeführt werden. Allergietests in einer Apotheke übernimmt die Grundversicherung nicht. 

Gut zu wissen: Je nach Zusatzversicherung ist es möglich, dass diese nicht von der Grundversicherung gedeckte Allergietests übernimmt. 

4. Wie kann ich mich im Alltag vor Pollen schützen? 

Im Frühling können Sie den Kontakt mit Pollen kaum vermeiden. Sie können die Belastung aber senken. Diese Massnahmen helfen Ihnen dabei: 

  • Pollenbelastung prüfen: Im Internet und in Apps können Sie die aktuelle Pollenbelastung sehen. So können Sie Ihren Alltag Zeiten mit hoher Belastung herum planen. 

  • Zum richtigen Zeitpunkt lüften: Lüften Sie nur morgens und abends. Auch während und direkt nach Regen können Sie lüften. Halten Sie bei gutem Wetter tagsüber Fenster und Türen geschlossen. 

  • Putzen: Putzen Sie Ihre Wohnung regelmässig feucht. Sie können auch einen Staubsauger mit passendem Filter nutzen. 

  • Hygiene: Waschen Sie Ihre Haare abends. So landen keine Pollen auf Ihrem Kopfkissen. 

  • Kleider: Lassen Sie Kleider nicht draussen trocknen. Denn: Pollen haften gerne an feuchter Kleidung. Ziehen Sie Ihre Kleider ausserhalb des Schlafzimmers aus und lagern Sie sie auch nicht im Schlafzimmer. 

  • Draussen vor Pollen schützen: Eine Brille oder Sonnenbrille kann Ihre Augen vor Pollen schützen. Auch eine Maske kann helfen, den Kontakt mit Pollen zu reduzieren. 

  • Hausmittel: Einige Hausmittel wie Nasenduschen und Dampfbäder können Beschwerden reduzieren. 

  • Im Auto: Schalten Sie die Lüftung aus, wenn diese keinen Pollenfilter eingebaut hat. Halten Sie ausserdem die Fenster geschlossen. 

  • Luftreiniger: Stellen Sie einen Luftreiniger in Ihre Wohnung. 

  • Sport: Treiben Sie drinnen Sport statt draussen. 

  • Pollenschutz: Bringen Sie Pollenschutz-Netze an Ihren Fenstern an. 

  • Ernährung: Verzichten Sie auf Lebensmittel, auf die Sie eine Kreuzreaktion zeigen. 

Kaufen Sie am besten einen Luftreiniger, der laut Herstellerangaben mindestens für die Grösse Ihres Raums geeignet ist. Besser ist ein Gerät, das für einen grösseren Raum geeignet ist. Der Luftreiniger sollte ausserdem mit einem HEPA-Filter ausgestattet sein. 

Achten Sie beim Kauf auf das Ecarf-Siegel. Das ist ein Siegel der Europäischen Stiftung für Allergieforschung. Es zeichnet Geräte aus, die allergikerfreundlich sind. 

Wichtig: Tauschen Sie den Filter des Luftreinigers regelmässig. Ansonsten lässt die Filterleistung nach. 

Dieser Artikel wurde erstmals produziert am 15.08.2022

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