Wohnungszahlen in der Schweiz: Angebot und Wohnkosten
Das Wohnungsangebot ist regional sehr unterschiedlich: In Lugano kamen dreimal so viele Mietwohnungen pro Einwohner auf den Markt wie in Luzern. Comparis zeigt das Angebot pro Einwohner in den Städten, die genutzten Suchkanäle und die Belastung durch die Wohnkosten.

17.09.2026

iStock / Michael Derrer Fuchs
Das Wichtigste in Kürze
Das Angebot ist regional sehr unterschiedlich: In Lugano wurden 53 Mietwohnungen pro 1’000 Einwohner ausgeschrieben, in Luzern nur 16.
Immobilienportale sind der wichtigste Weg: 44 Prozent der Befragten wurden über Portale fündig, 41 Prozent aber auch ganz ohne öffentliches Inserat.
Die Wohnkosten belasten ungleich: 16 Prozent der Befragten geben mehr als ein Drittel des Brutto-Haushaltseinkommens fürs Wohnen aus. Bei tiefen Einkommen sind es 36 Prozent.
1. Wo ist die Auswahl an Mietwohnungen am grössten?
Die meisten entfielen auf Zürich, gefolgt von Genf, Basel und Lausanne. Das ist das Ergebnis einer Comparis-Analyse von 44’654 Direktinseraten auf Comparis von Juni 2025 bis Juni 2026.
Da sich die Städte in ihrer Bevölkerungszahl stark unterscheiden, sagt die absolute Anzahl an Inseraten allerdings wenig über die Chancen bei der Wohnungssuche aus. Aussagekräftiger ist das Angebot pro 1’000 Einwohner: Dort führt Lugano mit 53 Inseraten. In Lausanne sind es 39 Inserate. Biel/Bienne, St. Gallen und Basel folgen mit je 33 Inseraten pro 1’000 Einwohnern.
Deutlich weniger Inserate pro 1’000 Einwohner gibt es in den grossen Städten:
Genf kommt auf 29 Inserate
In Zürich sind es 28 Inserate
Bern bietet 26 Inserate
In Winterthur gab es nur 18 Inserate pro 1’000 Einwohner
Luzern bildet mit 16 Inseraten das Schlusslicht
Gemessen an der Bevölkerung wurden in Lugano damit mehr als dreimal so viele Wohnungen ausgeschrieben wie in Luzern.
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Im Immobilienmarkt von Comparis finden Sie die Inserate der gängigen Immobilienportale sowie Direktinserate an einem Ort. Filtern Sie nach Region, Grösse und Budget. Mit einem Suchabo sehen Sie neue Angebote früh.
2. Wie viele Leute mieten prozentual und wer zahlt wie viel?
Knapp zwei Drittel der Bevölkerung wohnen zur Miete (64 Prozent), etwas mehr als ein Drittel wohnt im selbstgenutzten Wohneigentum (36 Prozent).
15 Prozent der Mietenden leben in einer Genossenschaftswohnung. Zusätzlich profitiert rund ein Achtel der Mietenden von einer vergünstigten Miete, etwa eine staatliche Subvention oder eine individuelle Verbilligung.
Jüngere Mietende zahlen häufiger eine vergünstigte Miete. Von den 18- bis 35-Jährigen zahlen nur 72 Prozent eine reguläre Marktmiete, bei den 36- bis 55-Jährigen sind es 86 Prozent.
3. Wie werden in der Schweiz Wohnungen gesucht und gefunden?
36 Prozent der Bevölkerung waren in den letzten drei Jahren auf Wohnungs- oder Haussuche, gut ein Fünftel innerhalb der letzten zwölf Monate. Bei den 18- bis 35-Jährigen suchte in den letzten drei Jahren mehr als die Hälfte (55 Prozent).
Am häufigsten genutzt werden Immobilienportale mit 47 Prozent der Suchen. An zweiter Stelle folgt das persönliche Netzwerk mit 33 Prozent. Schlusslicht bilden Social Media und der Direktkontakt mit Liegenschaftsverwaltungen mit je 10 Prozent.
Am erfolgreichsten war die Suche dabei mit 44 Prozent über Immobilienportale. 41 Prozent haben ihre Wohnung aber ganz ohne öffentliches Inserat gefunden. Dabei führte am häufigsten das persönliche Netzwerk zum Ziel (27 Prozent). Je 7 Prozent wurden über den Direktkontakt mit einer Verwaltung oder eine direkte Nachfolge fündig.
Wie gut ist Ihre Wohnungssuchstrategie?
Der Wohnungssuche-Check zeigt Ihnen in zwei Schritten, welchen Anteil der erfolgreichen Vermittlungswege Sie mit Ihren Suchkanälen abdecken – und wo Sie einen blinden Fleck haben.
Immobilienportale sind der wichtigste einzelne Weg zum neuen Zuhause. Gleichzeitig zeigt unsere Umfrage, dass Wohnungssuchende verschiedene Kanäle nutzen und auch persönliche Kontakte eine wichtige Rolle spielen. Gerade in einem angespannten Wohnungsmarkt kann es sich deshalb lohnen, bei der Suche mehrere Wege gleichzeitig zu nutzen.
Jüngere finden digital, Ältere über Kontakte
Etwa die Hälfte der unter 56-Jährigen fand das Zuhause über ein Immobilienportal. Bei den über 55-Jährigen waren es nur 30 Prozent. Dafür zählten in der älteren Altersklasse persönliche und traditionelle Wege mehr: 33 Prozent wurden über das persönliche Netzwerk fündig, weitere 23 Prozent über analoge Kanäle oder den Direktkontakt mit einer Verwaltung.
Auch die Sprachregion spielt eine Rolle bei der Art, wie Personen ihre Wohnung finden. In der Deutschschweiz fanden 47 Prozent ihr Zuhause über ein Immobilienportal, in der Romandie nur 34 Prozent. In der Westschweiz waren Social Media und der Direktkontakt mit Verwaltungen wichtiger.
Wer erst kurz in der Wohnung lebt, hat sie häufiger online gefunden: Bei einer Wohndauer von höchstens drei Jahren war es gut die Hälfte. Bei Personen, die mehr als fünf Jahre in ihrer Wohnung wohnen, waren es nur 39 Prozent. In der Grafik sehen Sie den Fundweg nach Wohndauer.
4. Wie finden Sie eine Wohnung ohne auf persönliche Kontakte zu zählen?
51 Prozent der Befragten suchten ihr Zuhause selbst, ohne persönliches Netzwerk und ohne Social Media. Von dieser Gruppe gaben 29 Prozent an, niemanden zu kennen, der bei der Suche helfen konnte. Weitere 18 Prozent versuchten es, blieben damit aber erfolglos. Mehr als ein Drittel kam ohne persönliche Kontakte aus, weil diese Befragten direkt über einen anderen Kanal fündig wurden.
Persönliche Netzwerke können bei der Wohnungssuche hilfreich sein, stehen aber nicht allen gleichermassen zur Verfügung. Wer keinen Zugang zu solchen Kontakten hat, ist stärker auf öffentlich zugängliche Suchwege angewiesen. Das zeigt, wie wichtig ein möglichst breiter und transparenter Zugang zum öffentlich ausgeschriebenen Wohnungsangebot ist.
5. Wie viel zahlen Haushalte fürs Wohnen?
Gut zwei Drittel der Befragten zahlen weniger als 2’000 Franken pro Monat fürs Wohnen (68 Prozent). Zwischen Mietenden und Eigentümerschaft zeigen sich dabei klare Unterschiede: 27 Prozent der Eigentümerinnen und Eigentümer zahlen weniger als 1’000 Franken pro Monat, bei den Mietenden sind es 11 Prozent.
Im mittleren Kostenbereich ist es umgekehrt: Fast die Hälfte der Mietenden gibt zwischen 1’500 und 2’499 Franken aus (49 Prozent), gegenüber 29 Prozent der Eigentümerschaft.
Haushalte mit tiefem Einkommen, Einpersonenhaushalte und Ältere tragen die höchste Last
Über die Belastung entscheidet nicht die Höhe der Wohnkosten, sondern wie viel vom Einkommen sie beanspruchen. Mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) gibt mindestens ein Viertel des Brutto-Haushaltseinkommens fürs Wohnen aus, 16 Prozent mehr als ein Drittel.
Am stärksten belastet sind tiefe Einkommen. Bei einem Einkommen bis 4’000 Franken geben 36 Prozent mehr als ein Drittel fürs Wohnen aus. Bei 4’000 bis 8’000 Franken sind es 17 Prozent, bei über 8’000 Franken 6 Prozent. Umgekehrt geben 59 Prozent der Haushalte mit hohem Einkommen weniger als ein Viertel ihres Einkommens fürs Wohnen aus, bei Einkommen bis 4’000 Franken nur 18 Prozent.
In der Grafik sehen Sie den Anteil der Wohnkosten am Brutto-Haushaltseinkommen nach Einkommensklasse.
6. Wie finden Sie in einem angespannten Markt eine Wohnung?
Das Angebot ist vielerorts knapp. Diese fünf Punkte erhöhen Ihre Chancen, eine Wohnung zu finden:
Mehrere Suchwege gleichzeitig nutzen: Nutzen Sie neben Immobilienportalen auch persönliche Kontakte, Social Media und Liegenschaftsverwaltungen. Ein Suchabo zeigt Ihnen neue Angebote früh.
Bei Genossenschaften und Stiftungen suchen: Sie vermieten oft langfristig bezahlbaren Wohnraum. Informieren Sie sich früh über Voraussetzungen und Wartelisten.
Bei den Suchkriterien flexibel bleiben: Unterscheiden Sie zwischen unverzichtbaren Anforderungen und blossen Wünschen. Mit Spielraum bei Fläche, Zimmerzahl oder Lage finden Sie mehr Angebote.
Übergangslösungen prüfen: Eine WG, eine Untermiete oder eine befristete Wohnung nehmen den Zeitdruck weg.
Suchradius erweitern: Prüfen Sie auch angrenzende Gemeinden und Agglomerationen, dort aber die Verkehrsverbindungen zum Arbeits- oder Ausbildungsort.
Die repräsentative Befragung führte das Marktforschungsinstitut Innofact im Auftrag von comparis.ch im August 2026 durch. Befragt wurden 1’038 Erwachsene aus allen Regionen der Schweiz. Einzelne Auswertungen beziehen sich auf Teilgruppen, etwa nur auf Mietende oder nur auf Selbstsuchende.
Der Angebotsindex misst die Zahl der ausgeschriebenen Mietwohnungen pro 1’000 Einwohner. Grundlage für die Bevölkerungszahlen sind die Daten des Bundesamts für Statistik (BFS).
Wohnungssuche Schritt für Schritt
Dieser Ratgeber gehört zu Schritt 1 «Lohnt sich ein Umzug für Sie?». In der Übersicht zeigt Comparis alle Schritte von der ersten Überlegung bis zur Zusage.
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Dieser Artikel wurde erstmals produziert am 17.09.2026




